Grüner Hahn

Bericht vom April 2017:

In unserer Kirchengemeinde wird es in der näheren Zukunft größere Veränderungen bezüglich der Gebäude wie Gemeindezentrum und Pfarrhaus mit Pfarrbüro geben. Das Pfarrhaus wird verkauft und alle Diensträume sollen in einem noch zu planenden Anbau am Gemeindezentrum Gangelt neu entstehen. Da das Umwelt-Team des Grünen Hahnes gebeten wurde, sich beratend und mit Ideen an dem Entwicklungsprozess zu beteiligen, möchten wir der Gemeinde an dieser Stelle einige Informationen zum aktuellen Stand der Dinge geben. Unser Team beschäftigt sich intensiv mit Umweltfragen wie Energieverbrauch und CO2 Ausstoss. Aus diesem Grund haben wir im November 2016 folgenden Brief an unser Presbyterium geschickt:
Wir, die drei „Grünen Hähne“ Heinz Siegling, Wolfgang Gloy und Josef Backhaus, haben einige Punkte zusammengestellt, die bei der Planung des Neubaus an der Straße Zur Mohrenmühle berücksichtigt werden sollen.
Wir haben vereinbart, den Architekten und Technikern die Vorgabe zu machen, bei der Heizungstechnik möglichst auf fossile Energiequellen zu verzichten. Da die Ölheizung im Altbau ebenfalls erneuert werden muss, soll eine zentrale Versorgung für Neu- und Altbau eingebaut werden. Wir bitten die Architekten, dazu ein Konzept zu erstellen - und eventuell auch ein Alternativkonzept, falls aus technischen oder finanziellen Gründen Neu- und Altbau getrennt versorgt werden müssten. Wir sind uns einig, dass aufgrund der gesellschaftlichen Aufgabe einer drastischen CO2 - Minderung in den nächsten Jahren (Klimavertrag Paris) der Weg unserer Kirche eine Vorbildfunktion hat und deshalb die neue Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe gewährleistet werden soll.. Zur Information über neue technische Möglichkeiten soll ein Mitarbeiter der evangelischen Gemeinde Heinsberg  zur nächsten Presbyteriumssitzung eingeladen werden, um über die energetische Ausrichtung der neuen Kirche und die bisherigen Erfahrungen mit der neuen Technik zu berichten.
Dieses Treffen fand inzwischen statt. Pfarrer Walde hat uns ausführlich über das Heinsberger Bauprojekt und das Vorgehen des dortigen Presbyteriums und der Planer berichtet. Dort wurde ein Passivhaus gebaut, welches ohne fossile Brennstoffe auskommt. Während des einstündigen Treffens blieb auch Zeit, Fragen unsererseits an ihn zu stellen.
Beim ersten Treffen des Gangelter Bauausschusses im Februar 2017 mit Herrn Architekten Curbach und Herrn Dipl.-Ing. Welter wurden die Wünsche unserer Gemeinde bezüglich des Raumbedarfes angesprochen. Es gab eine lebhafte Diskussion über die Frage einer Erdwärme-Pumpe als Energiequelle.
Aus den Ausführungen von Herrn Welter und Herrn Curbach wurde jedoch deutlich, dass sie eine solche Lösung aus finanziellen und technischen Gründen nicht favorisieren.
Man verständigte sich darauf, ein Ingenieursbüro mit der Planung der Haustechnik zu beauftragen, wenn grundlegende Pläne des Architekten zum Neubau abgeschlossen sind.

Wolfgang Gloy

Das Presbyterium beschließt folgende Umweltleitlinien:

„Präambel: Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen.“ (Charta Oeconomica vom 22.4.2001)

Um die Erde auch für kommende Generationen als lebenswerten Ort mit einer intakten Umwelt zu erhalten, wollen wir als Kirchengemeinde Gangelt, Selfkant, Waldfeucht unser Handeln im Einklang mit der christlichen Lehre umweltgerechter gestalten. Die Leitbegriffe Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sind Orientierung für unsere Arbeit.

 Wir überprüfen und dokumentieren unsere Umweltschutzaktivitäten kontinuierlich.

Darüber hinaus streben wir eine Verbesserung des Umweltschutzes an und richten unser Handeln entsprechend aus.

 Wir verpflichten uns zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Umweltschutz.

 Unser Ziel ist es, unnötige Umweltbelastungen und Gefahren für die Umwelt zu vermeiden und sparsam und nachhaltig mit den Ressourcen (z.B. Elektro- und Wärmeenergie, Wasser) umzugehen. Dabei wollen wir modernste Technik nutzen, soweit dies ökonomisch sinnvoll ist.

 Regelmäßig berichten wir über unsere Umweltaktivitäten und machen sie für die Öffentlichkeit zugänglich.

 Wir sorgen dafür, dass Gruppen und Kreise, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv in den Prozess einbezogen werden. Ihre Anregungen werden aufgenommen und berücksichtigt. Alle haben die Möglichkeit, Fortbildungsangebote wahrzunehmen.

 Mit anderen Anwendern von Umweltmanagement-Systemen tauschen wir Erfahrungen aus, um Möglichkeiten für weitere Verbesserungen zu erkennen.

 Besonderen Wert legen wir darauf, regionale, umweltschonende und fair gehandelte Produkte zu verwenden und den “Eine-Welt-Laden“ in Gangelt zu unterstützen.

 

Projekt „Grüner Hahn" in der Kirchengemeinde Gangelt-Selfkant-Waldfeucht erfolgreich

Der Startschuss erfolgte im Januar 2012 durch ein Schreiben vom Superintendenten Jens Sannig an die 19 Gemeinden des Kirchenkreises Jülich. Bei dem Projekt „Grüner Hahn" geht es um das kirchliche Engagement zur Bewahrung der Schöpfung, also um Anstrengungen zum Erhalt der Umwelt. Die Kirche hat erkannt, dass sie mit ihren Gemeinden, Einrichtungen und Werken eine Vorreiterrolle beim nachhaltigen, schöpfungsverträglichen Handeln einnehmen muss - und auch kann. Gilt es doch, das Umweltbewusstsein in den Gemeinden zu fördern und dies nicht nur dem Staat zu überlassen.

Vertreter u.a. der Kirchengemeinden Gangelt-Selfkant-Waldfeucht und Geilenkirchen nahmen wenige Monate später die Arbeit auf: Die konstituierende Sitzung fand im Gemeindezentrum Friedenskirche in Gangelt statt. Und eben dort versammelte sich jetzt nach fast drei Jahren intensiven Wirkens das Team um Pfarrer Mathias Schoenen: Wolfgang Gloy, Lothar Kötz und Heinz Siegling, um in einem Audit den Erfolg ihrer großen Bemühungen prüfen zu lassen. Die Prüfer: Dipl.-Biologe Dr. Gunnar Waesch, Mitweltfachmann aus Gütersloh (Evangelische Kirche von Westfalen), und Hanno Sparbier-Conradus, Mitweltfachmann und Kirchlicher Umweltrevisor aus Köln. Zur Unterstützung waren Hans Stenzel und Klaus-Dieter Koss nach Gangelt gekommen, beide Mitglied im synodalen Mitweltausschuss und letzterer dessen Vorsitzender sowie Begleiter und Mentor der „Grüner-Hahn„-Bemühungen vor Ort.

alt

Gunnar Waesch, Klaus-Dieter Koss, Heinz Siegling, Hanno Sparbier-Conradus, Wolfgang Gloy, Lothar Kötz, Pfarrer Mathias Schoenen und Hans Stenzel (v.l.n.r.)

Mehrere Stunden lang standen die Gemeindevertreter Rede und Antwort. Und es waren in der Tat viele Fragen, die die Prüfer stellen mussten, denn das Mitweltmanagement „Grüner Hahn“ ist eine äußerst anspruchsvolle Angelegenheit. Sie wollten es ganz genau wissen: wie gut isoliert die kirchlichen Gebäude sind, welche elektrischen Geräte die Gemeinde betreibt, welche Baustellen in Sachen Energieeinsparung es gibt und vieles mehr. Und die Prüfer nahmen alle Gebäude persönlich in Augenschein und stellten bei dieser Gelegenheit fest, dass sie in einer Kirchengemeinde der langen Wege unterwegs waren.  

Um die Grundlage für diese Prüfung zu schaffen, hatte das Dreierteam sich viele Male zu intensiven und arbeitsreichen Sitzungen getroffen. Alle Gebäude, Räume und energierelevanten Geräte galt es zu erfassen. Tabellen über Energieverbräuche und die daraus resultierenden Kosten waren zu erstellen. So kamen dicke Ordner mit ungezählten Informationen zustande, die so ziemlich alles über das energetische Profil der Kirchengemeinde aussagen, aber auch darüber, wo Dinge noch zu verbessern oder in Ordnung zu bringen sind. Und die guten Erfahrungen der funktionierenden Teamarbeit waren während der intensiven Prüfung deutlich zu erleben: die drei ergänzten sich wunderbar in ihrem jeweiligen Wissen. 

 

Besucherzahlen und Nutzungsstunden unserer Einrichtungen (GZ Gangelt und Geusenhaus Bocket) im Jahr 2014

alt


alt

Besucherzahlen und Nutzungsstunden unserer Einrichtungen (GZ Gangelt und Geusenhaus Bocket) im Jahr 2014
Die Maßnahmen für 2015 aus unseren Umweltzielen wurden auf fristgerechte Ausführung überprüft:
GZ: Prüfung der Fensterdichtungen ist durchgeführt worden. Die Dämmung der Heizungs- und Warmwasserrohre wurde bei einer Begehung durch das Team im November 2015 überprüft und abgenommen.Die Rahmendichtung an der Sakristeitüre ist noch anzubringen, ebenso sind die Dichtungen an der Lagerraum- und kleinen Kirchraumtüre zu verbessern.
Bocket: Die Temperatur im Kirchraum wurde von der Küsterin dokumentiert und ergab in der Auswertung, dass die Heizungssteuerung zufriedenstellend funktioniert Die Heizungsrohrisolierung und –dämmung ist bei einer Begehung vom Team überprüft und für gut befunden worden..Die Kesseldaten wurden von der Küsterin monatlich an das Umweltteam übermittelt. Das Team beschloss dazu im Januar 2016, nach Auswertung, dass die Daten der Wärmemengenzähler nur noch einmal jährlich (im Januar) abgelesen werden müssen.
Im Laufe des ersten Halbjahres 2016 werden die Daten und Kennzahlen für das Jahr 2014 fertiggestellt und dem Umweltbericht hinzugefügt.
Wir werden die Besucherzahlen und Nutzungsstunden für 2015 erstellen.
Nach unseren Umweltzielen stehen in 2016 im GZ folgende Maßnahmen an:
• Heizkörpernischen und Rolladenkästen dämmen (Gruppenräume und Kellerräume)
• Getrennte Lichtschalter im großen Kellerraum anbringen.
• Wir werden dazu mit dem Presbyterium besprechen, wie und in welchem
• Zusammenhang (z.B. anstehende Renovierungen)diese Arbeiten eingeplant werden können.
• Im Geusenhaus sind 2016 keine Maßnahmen geplant.

Lothar Kötz

 

    

 

 

 

Suchen